IATF 16949:2016 · Kapitel 8.4 mit ISO 9001
In der Automobilkette endet Ihre Verantwortung nicht bei Ihrem Lieferanten.
IATF 16949 verlangt, dass Sie Ihre Zulieferer auswählen, überwachen und weiterentwickeln – und dass diese ihre eigenen Zulieferer ebenso steuern.
Die Norm wird gemeinsam mit ISO 9001 angewendet und verschärft deren Kapitel 8.4 erheblich. Verlangt sind ein dokumentierter Auswahlprozess mit festgelegten Kriterien, eine laufende Leistungsüberwachung anhand von Kennzahlen und ein Programm zur Entwicklung der Lieferanten in Richtung eines zertifizierten Managementsystems.
Hinzu kommen die kundenspezifischen Anforderungen der Hersteller, die je nach Konzern erheblich abweichen. In der Praxis ist das der Teil, der die meiste Verwaltung erzeugt: Derselbe Lieferant muss unterschiedlichen Kundenvorgaben genügen, und Sie müssen belegen, welche wann galt.
Wo Feststellungen entstehen
- Auswahlprozess ohne dokumentierte Kriterien oder ohne Nachweis, dass sie angewendet wurden.
- Leistungsüberwachung, die nur Reklamationen zählt und keine vereinbarten Kennzahlen kennt.
- Kein Entwicklungsprogramm für Lieferanten ohne zertifiziertes System.
- Unterlieferanten, deren Steuerung nirgends beschrieben ist.
- Zweitparteienaudits ohne Nachweis der Qualifikation der prüfenden Person.
Was die Norm verlangt
- 8.4.1.2
- Dokumentierter Auswahlprozess mit Kriterien und Risikobewertung.
- 8.4.2.3
- Entwicklung der Lieferanten in Richtung eines zertifizierten Qualitätsmanagementsystems.
- 8.4.2.4
- Leistungsüberwachung anhand festgelegter Kennzahlen, mit Reaktion bei Abweichung.
- 8.4.2.5
- Zweitparteienaudits nach Kriterien, die den Umfang und die Häufigkeit begründen.
- 8.4.1.1
- Sicherstellen, dass Anforderungen an die Unterlieferstufe weitergegeben werden.
Wie SCRM das abbildet
Kennzahlen am Lieferanten
Termintreue und Qualitätsdaten dort, wo sie in die Bewertung fliessen.
Entwicklungsstand
Wo steht welcher Lieferant auf dem Weg zur Zertifizierung – als Feld statt als Erinnerung.
Kundenanforderungen
Welche Vorgabe welches Herstellers gilt für welchen Lieferanten, mit Datum.
Auditprogramm
Zweitparteienaudits aus der Risikoklasse begründet, mit Massnahmenverfolgung.
Häufige Fragen
Gilt das auch für Zulieferer der zweiten Stufe?
Sie müssen sicherstellen, dass die Anforderungen weitergegeben werden. Wie tief Sie selbst prüfen, ist eine begründete Risikoentscheidung – dass Sie die Weitergabe organisieren, ist es nicht.
Was ist ein Zweitparteienaudit?
Ein Audit, das Sie als Kunde bei Ihrem Lieferanten durchführen. Die Norm verlangt Kriterien für Umfang und Häufigkeit sowie eine qualifizierte auditierende Person.
Reicht ISO 9001 beim Lieferanten?
Als Ausgangspunkt oft ja, abhängig von den Kundenvorgaben. Die Norm erwartet aber ein Programm, das die Entwicklung weiterführt.