Kernthema · Planung, Durchführung, Massnahmen
Ein Audit ohne verfolgte Massnahme ist ein teurer Besuch.
Der Aufwand steckt selten im Audit selbst. Er steckt in der Planung davor und darin, dass die Feststellungen danach nicht versanden.
Ein Lieferantenaudit prüft vor Ort oder aus der Ferne, ob ein Lieferant die vereinbarten Anforderungen tatsächlich erfüllt. Es ergänzt Selbstauskünfte und Zertifikate um eigene Anschauung – und ist damit das stärkste, aber auch teuerste Instrument der Lieferantenprüfung.
Deshalb entscheidet die Auswahl. Ein Auditprogramm legt fest, welche Lieferanten in welchem Rhythmus geprüft werden und woraus sich das ergibt: Kritikalität, bisherige Leistung, Vorfälle, regulatorische Anforderungen. Ohne diese Begründung wirkt jedes Auditprogramm im Zertifizierungsaudit beliebig.
Typische Schwachstellen
- Das Auditprogramm ist eine Jahresliste ohne erkennbare Auswahllogik.
- Feststellungen leben im Auditbericht, aber nicht in einem verfolgten Massnahmenplan.
- Wirksamkeit wird nicht überprüft; die nächste Prüfung findet dieselbe Abweichung.
- Berichte liegen als PDF im Laufwerk und nicht am Lieferantendatensatz.
Der Ablauf
- Programm
- Auswahl und Rhythmus risikobasiert festlegen und begründen.
- Vorbereitung
- Vorgeschichte, offene Punkte und Nachweise vor dem Termin zusammenstellen.
- Durchführung
- Prüfliste, Beobachtungen, Belege – strukturiert statt in freier Notiz.
- Feststellungen
- Nach Schweregrad klassifiziert, mit Frist und verantwortlicher Person.
- Wirksamkeit
- Nachkontrolle, ob die Massnahme das Problem tatsächlich behoben hat.
Wie SCRM das abbildet
Auditprogramm aus der Risikoklasse
Wer geprüft wird, ergibt sich aus den Daten – und ist deshalb begründbar.
Bericht am Lieferanten
Audithistorie dort, wo auch Bewertungen und Zertifikate liegen.
Massnahmen mit Frist
Jede Feststellung wird zur Aufgabe mit Termin und Zuständigkeit.
Auditor-Zugang
Externe Prüfende sehen den benötigten Ausschnitt, nicht den ganzen Bestand.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Lieferant auditiert werden?
Es gibt kein vorgeschriebenes Intervall. Sie legen es risikobasiert fest und halten es ein. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass Abweichungen nachverfolgt werden.
Reicht ein Remote-Audit?
Für viele Prüfziele ja, insbesondere bei Dokumenten- und Prozessprüfungen. Bei Fertigungs- und Arbeitsbedingungen ersetzt es die Anschauung vor Ort nur eingeschränkt – die Entscheidung sollte begründet festgehalten sein.
Wer darf auditieren?
Fachlich geeignete und unabhängige Personen. Die Qualifikation der prüfenden Person gehört zum Nachweis dazu und wird im Zertifizierungsaudit gelegentlich nachgefragt.