UK 2015 · Australien 2018 · jährliche Erklärung
Diese Erklärung ist öffentlich – und wird von anderen ausgewertet.
Die Gesetze verlangen keine bestimmten Massnahmen, sondern eine jährliche öffentliche Erklärung darüber, welche Sie ergriffen haben. Genau das macht sie wirksam.
Im Vereinigten Königreich und in Australien müssen Unternehmen oberhalb bestimmter Umsatzschwellen jährlich eine Erklärung zu moderner Sklaverei veröffentlichen. Inhaltlich abgefragt werden Struktur und Lieferketten, Grundsätze, Risikobewertung, ergriffene Massnahmen, Wirksamkeitskennzahlen und Schulungen.
Der Mechanismus ist ungewöhnlich: Sanktioniert wird primär das Fehlen der Erklärung, nicht ihr Inhalt. Weil die Erklärungen aber öffentlich und in Registern durchsuchbar sind, werden sie von Nichtregierungsorganisationen, Medien und Investoren verglichen. Eine inhaltsleere Erklärung ist damit ein Reputationsrisiko.
Wer betroffen ist
- Unternehmen mit Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich oberhalb der Umsatzschwelle.
- Unternehmen mit Tätigkeit in Australien oberhalb der dortigen Schwelle.
- Schweizer Konzerne mit Tochtergesellschaften in diesen Märkten.
- Zulieferer verpflichteter Unternehmen – über deren Fragebögen.
Was in die Erklärung gehört
- Struktur
- Geschäftstätigkeit und Aufbau der Lieferketten beschreiben.
- Grundsätze
- Politik und Sorgfaltsprozesse darlegen.
- Risikobewertung
- Wo bestehen Risiken, und wie wurden sie ermittelt.
- Massnahmen
- Was konkret unternommen wurde, nicht was geplant ist.
- Wirksamkeit
- Kennzahlen, an denen sich der Fortschritt messen lässt.
- Freigabe
- Genehmigung durch das Leitungsorgan und Unterzeichnung.
Wie SCRM das abbildet
Kettenbeschreibung aus Daten
Länder, Warengruppen und Stufen, statt aus dem Gedächtnis formuliert.
Massnahmen mit Beleg
Was tatsächlich getan wurde, mit Datum – der Unterschied zwischen Bericht und Absicht.
Kennzahlen
Anteil geprüfter Lieferanten, Fragebogenrücklauf, offene Feststellungen.
Vorjahresvergleich
Die Erklärung wird jährlich gelesen; Fortschritt muss sichtbar sein.
Häufige Fragen
Gilt das für Schweizer Unternehmen?
Über Tochtergesellschaften und Geschäftstätigkeit in den betroffenen Märkten. Als Zulieferer werden Sie unabhängig davon nach Angaben gefragt.
Was passiert bei einer schwachen Erklärung?
Rechtlich meist wenig. Praktisch werden Erklärungen verglichen und bewertet – von Investoren, Kunden und Organisationen, die Ranglisten veröffentlichen.
Wie verhält sich das zur EU-Zwangsarbeitsverordnung?
Dort steht ein Marktverbot mit unmittelbarer Wirkung auf die Ware, hier eine Berichtspflicht. Die zugrunde liegenden Daten sind dieselben.
Stand: Juli 2026. Schwellenwerte und Anforderungen unterscheiden sich je Land. Keine Rechtsberatung.