Grundlagen · für Unternehmen ab zehn Mitarbeitenden
Lieferkettenmanagement ist kein Einkaufsthema. Es ist ein Nachweisthema.
Wer seine Lieferkette managt, weiss zu jedem Zeitpunkt, wer liefert, welches Risiko daran hängt und welcher Nachweis dazu vorliegt. Die meisten Unternehmen wissen das erst wieder, wenn sie nachschauen – und das dauert.
Unter Lieferkettenmanagement versteht man die Steuerung aller Beziehungen zu externen Anbietern: Auswahl, Qualifizierung, Bewertung, Überwachung und im Ernstfall der Ausstieg. Der Begriff wird oft mit Logistik verwechselt. Gemeint ist aber die Frage, ob Ihre Lieferanten das können und einhalten, was Sie Ihren Kunden zusagen.
Für Schweizer KMU hat sich das Thema in den letzten Jahren verschoben. Früher war die Lieferantenliste eine Einkaufsangelegenheit. Heute fragen Zertifizierungsaudits, Grosskunden und Versicherer nach denselben Daten – nur in unterschiedlichen Formaten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Woran es in der Praxis scheitert
- Die Daten liegen verteilt: Kreditorenstamm im ERP, Zertifikate im Mailpostfach, Bewertungen in einer Excel-Datei.
- Niemand ist zuständig. Qualität, Einkauf und IT bearbeiten dieselben Lieferanten mit verschiedenen Listen.
- Ablaufdaten werden nicht überwacht. Das abgelaufene Zertifikat fällt im Audit auf, nicht vorher.
- Der Aufwand fällt gebündelt an – immer in der Woche vor dem Audit oder der Kundenanfrage.
Was ein funktionierendes Lieferkettenmanagement leistet
- Übersicht
- Ein Verzeichnis aller Lieferanten mit Kritikalität, Zuständigkeit und Status.
- Bewertung
- Nachvollziehbare Kriterien, angewendet auf alle – nicht nur auf die, an die man gerade denkt.
- Überwachung
- Fristen, Zertifikate und Vorfälle mit automatischer Fälligkeit.
- Nachweis
- Historie, wer wann was geändert hat, und auf welcher Grundlage.
- Abhängigkeiten
- Sichtbarkeit über die erste Stufe hinaus, dort wo das Risiko es rechtfertigt.
Warum SCRM dafür passt
Eingerichtet in Tagen
Kein Einführungsprojekt über Quartale. Lieferanten importieren, Kritikalität setzen, loslegen.
Eine Datenbasis, mehrere Sichten
Qualität, Informationssicherheit und Einkauf arbeiten auf demselben Datensatz.
Vorgänge statt Erinnerungen
Was fällig ist, erscheint als Aufgabe mit Verantwortlichem – nicht als Notiz im Kalender.
Auditexport
Nachweise auf Knopfdruck, im Format, das der Auditor sehen will.
Häufige Fragen
Ab welcher Grösse lohnt sich eine Software?
Weniger die Mitarbeiterzahl entscheidet als die Anzahl der aktiv gepflegten Lieferanten und die Anzahl der Stellen, die davon Nachweise brauchen. Ab etwa 30 bis 50 Lieferanten mit Nachweispflicht wird die Excel-Lösung teurer als das Werkzeug.
Ersetzt das unser ERP?
Nein. Das ERP führt Bestellungen und Kreditoren. SCRM führt Qualifikation, Risiko und Nachweis. Beides gehört zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Wie lange dauert die Einführung?
Der erste nutzbare Stand ist in wenigen Tagen erreichbar, wenn die Lieferantenliste vorhanden ist. Ausbaustufen wie Abhängigkeiten und Kennzahlen folgen danach.